Die Fotografie fasziniert mich nun schon viele Jahre und nimmt einen mal mehr mal weniger dominierenden Platz in meiner Freizeit ein. Was mir immer mal wieder aufstößt, ist die Konzeptionslosigkeit meines Tuns. Manches hab ich schon probiert (Landschaft mit und ohne Weitwinkel, Pflanzen und Tiere mit dem Makroobjektiv, Sportereignisse mit dem Tele, Gebäude, Rockkonzerte und immer wieder spontane Aufnahmen auf der Straße.
Mein jüngster Versuch galt sogar “Studioaufnahmen” mit entfesselten Systemblitzen, Fernauslösern, Softboxen, Blitzvorsätzen und ähnlichem Schnick-Schnack. Portraits und Stilleben sollten dabei rauskommen – also mehr oder weniger gestellte Bilder. Ich hab mich da durch einige durchaus interessante Berichte im Internet verrückt machen lassen, Geld ausgegeben, festgestellt, dass das überhaupt nicht mein Ding ist und alles wieder zu ebay getragen.
“Life is not posing, it’s happening!” las ich vor einiger Zeit im Internet. Super Spruch, gefällt mir. Er stammt von einem Schweizer Straßenfotografen namens Thomas Leuthard. Zumindest prangt er auf seiner Internetseite. Ich hoffe nur, der gute Mann hat da kein Copyright drauf, denn spontan habe ich ihn mir auch zum Motto gemacht. Im Grunde drückt er kurz und prägnant meine ganz persönliche Sichtweise, was denn “wahre” Fotografie ist, aus. Nein, das mit der “wahren” Fotografie ist selbstverständlich Quatsch. Natürlich hat jede Art des Fotografierens ihre ganz spezielle Berechtigung. Aber ich glaube, einige werden mir zustimmen, wenn ich behaupte, die Straßenfotografie oder neudeutsch Street-Photographie ist eine der Königsdisziplinen. Alltägliches entdecken, es abzulichten, dabei diesen eher zufälligen aber letztlich doch entscheidenden Moment zu erhaschen, der über das Motiv mehr preisgibt als die bloße Abbildung. Eine Aufnahme zu machen die, wie es der von mir hochverehrte Fotograf Harald Hauswald sagt, dem Betrachter immer auch eine kleine Geschichte erzählt.
Ist es das, was ich will? Ich glaube, ja