Schwerin

Gestern war ich in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern). Ziel war es, ein paar fotografische Impressionen vom Festumzug aus Anlass der 850-Jahr-Feier der Stadt festzuhalten. Schwerin ist meine Geburtsstadt. Ich lebe zwar seit 34 Jahren nicht mehr dort, aber solche historischen Anlässe lasse ich mir dann doch nicht entgehen. Im Jahre 1160 wurde Schwerin als übrigens erste deutsche Stadt östlich der Elbe vom Welfenfürsten Heinrich dem Löwen gegründet. Zuvor befand sich an der Stelle, an der sich heute das Schweriner Schloß erhebt, eine slawische Burg, die von den dort siedelnden Obotriten “Suarin” (zu deutsch “Tiergarten”) genannt wurde. So oder so ähnlich hat man uns das zumindest damals im Erdkundeunterrricht vermittelt. Aus dieser slawischen Bezeichnung leitet sich der heutige Name “Schwerin” ab. Durch einen Sieg des bereits erwähnten Heinrich über den Obotritenfürsten NIKLOT fiel das Gebiet 1160 endgültig in deutsche Hände. Schwerin ist heute eine Landeshauptstadt. Mit nicht einmal 100.000 Einwohnern zwar die kleinste, aber mit Sicherheit die, mit der schönsten Umgebung.

Die Verhältnisse zum Fotografieren waren leider nur “suboptimal”. Die Sonne schien an diesem Tag grell. Es war kaum eine Wolke am Himmel. Der Festumzug begann um 11.00 Uhr, so dass die Sonne schon relativ hoch stand und tiefe Schlagschatten in die Gesichter der Akteure warf. Also, Blitzlicht raus und aufgehellt, was das Zeug hielt. Leider reagierten die Schweriner Ordner mehrheitlich unerwartet pedantisch und verständnislos, wenn man mal ein paar Schritte auf die Straße machte, um kurzzeitig einen Standpunkt für eine günstigere Perspektive einzunehmen. Ganz zu schweigen von Zuschauern, deren Nervenkostüm überstrapaziert schien. Sie waren im Kampf um den von Ihnen ergatterten Stehplatz, den sie um nichts in der Welt, und sei es nur durch einen Schritt nach links oder rechts, wieder herzugeben gedachten, vielfach überfordert. Das gibt es auch lockerer!

One thought on “Schwerin

  1. Ein Freund aus Schwerin schickte mir dazu folgende ergänzende Zeilen:
    “Heinrich der Löwe hat die Slawen nie wirklich bändigen können.
    Immer wieder Aufstände. So hat er dann dem Sohn des Niklot ‘Gunzelin’ die Grafschaft Schwerin übergeben und hatte Ruhe. Daraus wurde später das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin. So hat also ein Adelhaus slawischen Ursprungs bis 1918 mit einer mittelalterlichen Verfassung (Erbgrundvergleich und Ständordnung) hier regiert.”

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